Monat: Februar 2021

Das Pankower Tor – Offenbarungseid rot-rot-grüner Stadtplanung

Nach elf Jahren, in denen sich Investor Krieger nach eigener Aussage vor allem in Geduld üben musste, kommt Bewegung in sein Projekt „Pankower Tor“. Der Wettbewerb ist nun eröffnet. Es liegen sechs Entwürfe von Architekturbüros vor. Wenn alles nach Plan läuft, wird ab 2024 gebaut.

Die vorliegenden Entwürfe übertreffen allesamt die schlimmsten Befürchtungen. Den Planern ist dabei allerdings kein Vorwurf zu machen, da sie an die Grundsatzvereinbarung zwischen Senat, Bezirk und Investor gebunden sind. Kernpunkt dieser Vereinbarung ist der Bau von 2000 Sozialwohnungen auf engstem Raum. Neben einer geschlossenen ca. achtgeschossigen, Blockrandbebauung und engen Hinterhöfen im Stil von Mietskasernen werden die Pankower auch mit den ersten völlig ortsuntypischen Hochhäusern konfrontiert. Der Beton-Brutalismus der 70er Jahre – ob nun mit oder ohne Holzverkleidung – ist zurückgekehrt, und mit ihm eine zu befürchtende Ghettobildung. Bruno Tauts Maxime, welche Anfang des vorigen Jahrhunderts den sozialen Wohnungsbau revolutionierte, wird mit diesen Entwürfen ad absurdum geführt.

Der Vorstellung eines Architektenbüros, wonach die „Kraft der Baumasse diesen Platz definiert“ wirkt dann doch eher als hilfloser Versuch, die o.g. Vorgaben schön zu reden. Weitere Argumente wie „Grüne Oase“ dürften sich auf eine extensive Dachbegrünung beziehen, die sich erfahrungsgemäß in nicht allzu ferner Zukunft zum teuren Dauersanierungsfall entwickeln wird. Sehr amüsant dürfte auch die Umsetzung der Vision „autoarmes Stadtquartier“ werden. Fahrradfahren macht im Sommer Spaß, im Winter eher weniger. Die Parkplatzsuche ist bereits jetzt schon für den anliegenden Kissingenkiez  schwierig, wenn nicht gar aussichtslos. Auch bei der Anbindung an den ÖPNV wurde kläglich versagt. Eine Unterflurlösung, sei es als Straßenbahn oder als U-Bahn, wäre bei der vorhandenen Baufreiheit möglich gewesen. Insgesamt fehlt es dem Projekt einfach an Realitätssinn.

Die Vertreter der AfD-Fraktion in der Pankower BVV hätten in den sog. Steuerungsrunden gern Ihre Vorschläge und Ideen eingebracht. Schließlich repräsentieren Sie 14% der Pankower Wähler. Trotz mehrerer Anfragen beim zuständigen Bezirksstadtrat Kuhn (Grüne) wurden ihre Vertreter jedoch vom Verfahren ausgeschlossen. Auf Anregung der Zählgemeinschaft (SPD, Linke, Grüne) wird es wohl auch keine Beteiligung eines AfD-Vertreters an der Jury zur Bestimmung des  Siegerentwurfes geben.  Dies ist ein weiteres Beispiel für die Arroganz der Macht, die der Pankower Zählgemeinschaft eigen ist.

Unabhängig von diesen Repressionen hat die Fraktion der AfD ein eigenes Konzept erstellt, das der geneigte Leser im Anhang findet. Die städtebauliche Dichte muss sich am Kissingenkiez orientieren!

Wie schon bei anderen Großbauvorhaben kann die von den verantwortlichen Politikern der Kartellparteien propagierte Bürgerbeteiligung getrost unter „Alibiveranstaltung“ abgehakt werden. An den völlig überzogenen Vorgaben der Grundsatzvereinbarung wird nichts geändert. Die zur Abstimmung gestellten Entwürfe entsprechen wohl eher der Wahl zwischen Pest und Cholera.

Nur eine starke AfD in der Pankower BVV kann die Zählgemeinschaft  wieder zu einem konstruktiven Dialog mit den Bürgern zwingen. Sie, liebe Bürger, haben im September die Wahl.

Ihre Pankower AfD

Entwurf-Pankower-Tor