Ludwig Quidde Straße – Mietskasernen mit Ansage?

Auf der Info- Veranstaltung am Montag den 7.1.19 in der Treffpunkt-Gemeinde Buchholz gab es wieder eine Neuauflage der altbekannten Komödie „Gute R2G – Schlechte R2G“

Während sich Vertreter von Bü90/Grüne, der Linken und dem Bezirksamtsleiter für Stadtplanung auf dem Podium der Sorgen und Nöte der zahlreich erschienenen Anwohnerschaft annahmen, fordert der Senat, in welchem bekanntermaßen dieselben Parteien regieren, eine immer dichtere Bebauung.

Hierzu wurde im Flächennutzungsplan mal eben die bauliche Nutzung durch Anhebung der GRZ von 0,8 auf 1,5 erhöht. Aus dem bezirklichen Wohnbaukonzept (https://www.berlin.de/ba-pankow/politik-und-verwaltung/aemter/stadtentwicklungsamt/stadtplanung/artikel.528193.php) gehen die Senatswünsche hervor. Eine ortsübliche Bebauung mit Einwohnerdichten bis zu 15000 EW/km², wie zum Bsp. im Blankenburger Süden geplant, dürfte unter diesen Voraussetzungen nicht realisierbar sein. Auch die Ankündigung, die GFZ nur bis 1,2 ausreizen zu wollen, schafft hier nicht wirklich Abhilfe.

Unter der Rubrik „Betreutes Denken“ wurde auch das Verkehrskonzept vorgestellt. Das Auto sei nicht mehr zukunftsfähig und somit nicht mehr im Mittelpunkt der Verkehrsplanung. Ein Kiez-Bus, welcher auf den jetzt schon viel zu engen und  völlig überlasteten Straßen verkehren soll, ist hier laut Verkehrsgutachter die Lösung. Auch hier kann man wohl von Realitätsverweigerung sprechen.

Eine weitere Posse stellt wohl die vorgeschlagene Lösung des Schallproblems, bedingt durch die angrenzende A114, dar. Eine geschlossene Blockrandbebauung soll hier als Schalldämmung herhalten. Welche schmerzfreie Klientel soll hier eigentlich wohnen? Auf diese Idee ist man nicht mal in den 70-er Jahren mit seinen architektonischen Fehlbildungen gekommen!

Leider ist aus den Erfahrungen mit anderen Wohnbaupotentialflächen wie der Michelangelostraße, dem Pankower Tor u.v.m., trotz lobenswerter Bürgerbeteiligungsprozesse nicht davon auszugehen, dass die vom Senat vorgegebene Anzahl der Wohneinheiten abgesenkt wird. Die völlig verfehlte Wohnungsbaupolitik der letzten Jahrzehnte sowie der Verkauf der GSW und weiterer landeseigener Wohnungen in den 00-er Jahren, welcher durch dieselben Parteien zu verantworten sind, können jetzt nicht mit der Brechstange nachgeholt werden.

In unserer wachsenden Stadt ist Wohnungsbau auch für die Mietpreisentwicklung unabdingbar. Aber bitte unter Berücksichtigung ALLER zur Verfügung stehenden Flächen. (Elisabethaue, Tempelhofer Feld etc.)    

Wir werden diesen Prozess aufmerksam begleiten!

Ihre BVV Fraktion der AfD Pankow