Protestkundgebung des Verbandes Deutscher Grundstücksnutzer (VDGN) 27.03.18 um 18.30 Uhr

Die Planungen des Senats unter Führung von Senatorin Katrin Lompscher (DIE LINKE) für das Quartier „Blankenburger Süden“ führen unweigerlich zu einer Katastrophe für zahlreiche Berlinerinnen und Berliner.

Deshalb rief der Verband Deutscher Grundstücksnutzer (VDGN), der seit den 1990er Jahren die Interessen vieler Eigenheimbesitzer, Siedler, Erholungs- und Kleingärtner vertritt, zu einer Protestkundgebung in der Festen Scheune in Buch auf.

Die Feste Scheune war noch besser besucht als bei der Auftaktarena am 03.03.2018 am gleichen Ort. Es gab ca. 800 Teilnehmer, davon die überwältigende Mehrheit Betroffene.

Der VDGN informierte die Bürger über die Möglichkeiten, sich gegen die irren Pläne des Senats zu wehren. Dabei waren die wichtigsten empfohlenen Maßnahmen der juristische und der politische Widerstand.

Bezüglich des juristischen Widerstands trugen mehrere Rechtsanwälte vor. Danach gibt es Möglichkeiten sich zur Wehr zu setzen. Das Hauptproblem ist die Finanzierung der Rechtsanwälte. Hier wurde darauf hingewiesen, dass gerade in diesem Fall die Grundeigentümer-Rechtsschutzversicherung nicht einspringt und dass es sinnvoll ist, wenn sich die Betroffenen zusammentun. Genau das soll und wird hier geschehen.

Zum politischen Widerstand wurde darauf verwiesen, dass die Pläne durchs Abgeordnetenhaus müssen und hier die Politiker kontaktiert werden müssen und Farbe bekennen sollen.

Ein CDU-Jüngelchen meldete sich zu Wort und gab mit kindlicher Stimme vor, sich für die betroffenen Bürger einsetzen zu wollen.

Schon der erste Bürger, der sich zu Wort meldete, warnte davor, den etablierten Parteien zu trauen. Zu oft sei man schon enttäuscht worden.

Weitere Betroffene kamen dann zu Wort und schilderten oft mitnehmende Schicksale. In vielen Fällen sind die Grundstücke seit den 1950er/60er Jahren in Familienbesitz. Man war froh, dass die Eigentumsfrage 1990-94 durch das Sachenrechtsbereinigungsgesetz geklärt worden war.

Auf der Grundlage des Sachenrechtsbereinigungsgesetzes wurden zahlreiche Grundstücksnutzer dabei unterstützt, ihre Grundstücke zu kaufen oder einen Erbbaupachtvertrag abzuschließen.

Viele Bewohner investierten nun in die Häuser und sahen sie als eigene Altersvorsorge vor oder planten die Übertragung auf Kinder oder Enkel. Viele ältere Leute sind gar nicht mehr imstande umzuziehen. Eine Enteignung von Bauland als Gartenland kann zu 90% Verlust führen.

Einige Redner und Rednerinnen waren den Tränen nahe. Fassungslosigkeit herrschte darüber, von den Linken, die sich ja angeblich für kleine Leute einsetzen, dermaßen fallengelassen worden zu sein. Von Links, SPD und Grünen war übrigens niemand vor Ort.

Einige informierte Redner trugen alternative Planungen vor, über eine Verlängerung der U2, die derzeit in Pankow endet und über eine Straßenbahntrasse, die von Malchow aus nur 500m verlängert werden müsste und über freie Felder führen könnte.

Es blieb am Ende große Ratlosigkeit, warum Frau Lompscher genau die Varianten A, B und C hatte vortragen lassen und andere Planungen, die den Erhalt der Anlage Blankenburg bedeuten würden, gar nicht angefasst wurden. Zahlreiche Transparente mit eindeutigen Kommentaren zur Underperformance von Senatorin Lompscher liefen die ganze Zeit im Hintergrund.

Für die Bewohner kommt jetzt eine belastende Zeit der Unsicherheit, denn niemand wird mehr in Immobilien investieren, die in 2 oder 5 Jahren enteignet werden.